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1100, Heiliges Römisches Reich, Knecht, (Freese)

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Die Bilder sind während des Heydenwalls Burgtraining 2018 in Vechta entstanden. (2018-04-21)

Zusammenfassung der Darstellung

Dies ist mein Versuch, einen Knecht aus dem römischen Reich in der Zeitspanne zwischen dem letzten Viertel des 11. Jahrhunderts und dem ersten Viertel des 12. Jahrhunderts darzustellen. Das wird zunächst durch das Kostüm (später auf mehr Sachkultur erweitern) widergespiegelt. Es umfasst:

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Die Bilder sind während des Heydenwalls Burgtraining 2018 in Vechta entstanden. (2018-04-21)

Erläuterungen zur Darstellung

Ein Knecht steht in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem Dienstherren und ist unfrei. Daher ist der Zugang zu Luxusgütern entspechend erschwert und Besitztümer müssen mithilfe der begrenzten zur Verfügung stehenden Ressourcen (an-)geschafft werden. Die Kleidung ist aus schlichten Stoffen hergestellt und höchstens durch einfache Färbungen veredelt. Um ihre Lebensdauern zu verlängern, werden sie bei Bedarf repariert. Statt wertvollen Schmucks werden hochwertige(re) Werkzeuge angeschafft, diese müssen wie auch übrige Haushaltswaren weitestgehend im Rahmen des lokalen Angebots bleiben.
Angestrebt ist eine räumliche Festlegung auf die Region um Vechta. Die regionale Streuung der mir für die Zeit um 1100 vorliegenden Quellen sowie die für eine glaubwürdige Darstellung nötige Einfachheit der Sachgüter, erzeugen eine gewisse Typenhaftigkeit und erlauben eine grundsätzliche Zuordnung in einen weiter gefassten Raum.

Die Darstellung im Detail

Bild einfügen

Bruche

Fund / Schnitt:

Material: Hanf, 1/1-Leinwandbindung, halbbleich.

Anmerkungen:

Untertunika

Fund / Schnitt: Skjoldehamn-Tunika 1) (Anfang 11. Jhd.). Vereinfachungen/Modifikationen: Kein Mittelkeil, Schulternähte, Rundhalsausschnitt, keine Besätze.

Material: Leinen, 1/1-Leinwandbindung (Quelle: IKEA). Leinengarn.

Anmerkungen: Die Nähte (inkl. Säume) sind ausschließlich im Vorstich genäht. Versäuberung mit überwendlichen Stichen. Die Schulternaht ist für Unterkleider unpassend (Verweis Kania!). Die Vorlage ist ein Oberkleid.

Tunika

Fund / Schnitt: Skjoldehamn-Tunika 2) (Anfang 11. Jhd.). Vereinfachungen/Modifikationen: Kein Mittelkeil, Schulternähte, Rundhalsausschnitt, keine Besätze.

Material: Wolle. Köperbindung (welche?). Naturweiß, naturbraun.

Anmerkungen: Die Nähte sind maschinengenäht und unversäubert. Die Säume wurden durch Saumstiche (überwendlich) gefasst.

Beinlinge mit Fußling

Fund / Schnitt: Beinling des Raimond, Graf von Toulouse 3) (ca. 970). Die Fußpartie orientiert sich mehr an den Beinlingen aus dem Bocksten-Moor (14. Jhd.).

Material: Wolle, (Webart?) angewalkt. Chemisch braun gefärbt. Leinen, 1/1-Leinwandbindung, natur.

Anmerkungen: Die Beinlinge sind mit Leinen gefüttert, wobei das Futter mit einem Vorstich nur auf der Oberseite der Beinlinge fixiert ist. Die Naht auf der Rückseite ist maschinell geführt. Die Nahtzugaben sind überwendlich versäubert und zur jeweiligen Seite gelegt.

Wadenwickel

Fund / Schnitt: (Fund einfügen). Auf Breite (9 cm) gewebtes Band.

Material: Wolle, Fischgrat (Quelle: reeanctors-shop.de). Gefärbt mit Rainfarn (2. Zug).

Anmerkungen: Endkanten umgeschlagen und versäumt.

Mütze

Fund / Schnitt:

Material: Wolle, gefilzt. Chemisch gelb gefärbt.

Anmerkungen:

Gürtel:

Fehlt:

Ein Messer

Holzschuhe

Fund / Schnitt: Die Holzschuhe orientieren sich am ältesten mir bekannten Holzschuh aus Rotterdam (1280-1300).

Material: Pappel-Holz

Anmerkungen: Für die Zeit vor dem 13. Jhd. sind meines Wissens keine Holzschuhe zu belegen. Sie werden in dieser Darstellung aber aus praktischen Gründen als Arbeitsschuhe getragen: Feste Sohle/Kappe, Nässeschutz, Kälteschutz.

Hohe Schuhe

Fund / Schnitt: Abbildung einfügen

Material: Leder

Anmerkungen:

Quellen

https://www.gnm.de/fileadmin/redakteure/Sammlungen/swf/codex/ 156

1) , 2)
Quelle: Kania, Kleidung im Mittelalter. Materialien - Konstruktion - Nähtechnik. Ein Handbuch. Köln u.a. . Böhlau. 2010 (S.275 - 276)
3)
Quelle: Kania, Kleidung im Mittelalter. Materialien - Konstruktion - Nähtechnik. Ein Handbuch. Köln u.a. . Böhlau. 2010 (S.386ff)