Waffenkunde - Bezeichnungen

Schwert

Zeichnung: Schwert Bezeichnungen

Knauf

Der Knauf ist eine Verdickung unterhalb des Griffs. Der Knauf erzeugt das nötige Gegengewicht zum Gewicht der Klinge. Durch ihn wird der Schwerpunkt maßgeblich beeinflusst. Wikingerzeitliche Knäufe sind zumeist hohl. Neben dem Parier ist er das am stärksten der Mode unterworfene Element.

Griff

Der Griff, auch Heft genannt, ist der Teil der Waffe, an dem sie normalerweise festgehalten wird. In der Regel ist er so geformt, dass verschiedene Handhaltungen möglich sind und er ein Gespür für die Ausrichtung der Klinge ermöglicht. Wikingerzeitliche Griffe sind meist nur unwesentlich größer als die Hand selbst.

Parier

Das Parier ist ein Schutz für die Hand, der zwischen Klinge und Griff befestigt ist. Das Parier sollte anfänglich nur passiv das Abrutschen von Klingen auf die Hand verhindern, wurde mit der Zeit aber auch verstärkt aktiv eingesetzt.

Klinge

Die Klinge ist ein langes, flaches, einseitig oder beidseitig geschliffenes, gehärtetes Blech. Bei einer einseitig geschliffenen Waffe wird der Teil, welcher der Schneide gegenüberliegt Rücken genannt. Die Klingen von Schwertern sind immer zweischneidig.
Oft gibt es eine Vertiefung, die über die gesamte Länge der Klinge verläuft. Sie liegt auf der flachen Seite der Klinge zwischen den Schneiden oder zwischen Schneide und Rücken und wird Hohlkehle genannt.

Schneide

Die scharfe Kante der Klinge wird Schneide genannt.

Spitze

Das Ende der Klinge, an der die Schneiden aufeinander zulaufen, ist meist spitz und wird Spitze oder Ort genannt. Damit werden die Stiche ausgeführt.

Angel

Die Angel ist ein dornartiger Fortsatz der Klinge, der meist durch das Parier und den Griff bis in den Knauf läuft und so die Verbindung zwischen Knauf, Griff, Parier und Klinge herstellt.
Dieser Teil ist meist nicht von außen sichtbar.

Schwerpunkt

Der Schwerpunkt der Waffe ist der Punkt, auf den gelegt die Waffe sich in Balance befindet. Der Punkt, bei dem beide Seiten das gleiche Drehmoment (Kraft mal Hebelarm) ausüben. Der Schwerpunkt wird auch Balancepunkt genannt. Wikingerzeitliche Waffen haben den Schwerpunkt im Bereich von 17 cm. Moderne CB Schwerter haben ihn im Bereich von 7 cm.

Schwingpunkt

Die Schwingpunkte sind die Punkte, an denen sich die Knotenpunkte der stehenden Welle befindet, wenn das Schwert durch einen Schlag in Schwingung versetzt wird.

Drehpunkt

Der Drehpunkt, auch Angelpunkt oder Pivotpunkt genannt, ist der Punkt, um den sich das Schwert dreht, wenn es einen Bewegungsimpuls auf das Schwert gibt. Der Punkt ist abhängig von dem Ansatzpunkt des Impulses. Im Regelfall wird zum testen der Impuls am Schwingpunkt 1 beim Griff eingebracht. Die Lage dieses Punktes ist wesentlich für die Führigkeit des Schwertes. Je nach Fechtweise ist eine andere Lage günstig.

Stärke

Stärke wird der Bereich der Klinge genannt, der in einer Anbindungssituation durch seine Nähe zum Griff oft einen kurzen Hebelarm gegen sich hat und deshalb stärker ist.

Schwäche

Schwäche wird der Bereich genannt in dem die Aufbringung von Kraft in einer Anbindungssituation durch den langen Hebelarm zur Hand schwächer ausfällt als im Bereich der Stärke.

Dies ist nicht vergleichbar mit der Übertragung der Kraft in einer Schlagsituation.

Die Schwäche ist der Bereich der Klinge, mit dem hauptsächlich die Treffer gesetzt werden.

Schwertscheide

Die Schwertscheide ist eine Hülle für die Klinge des Schwertes. Sie soll den Träger von der Schneide und die Schneide vor Umwelteinflüssen schützen. Auf Grunde dieser doppelten Wirkung des Schutzes ist oft das Ziehen der Waffe von starker symbolischer Bedeutung, da die Schutzwirkung in beide Richtungen aufgegeben wird.

Speer

Zeichnung: Speerkopf Bezeichnungen

Zeichnung: Speer Bezeichnungen

Blatt

Das Blatt ist ein langes, flaches, beidseitig geschliffenes, angespitztes, gehärtetes Blech. Als Blatt wird der Teil einer Speerspitze bezeichnet, der von den Schneiden, der Spitze und dem Hals oder der Tülle begrenzt wird. Dieser Teil gibt der Speerspitze ihre eigentliche Form. Speerspitzen werden gelegentlich nach Blättern von Bäumen bezeichnet so zum Beispiel Weidenblatt-, Lindenblatt- oder Birkenblattspitzen.

Rücken

Der Rücken ist der versteifende Mittelgrat eines Speerblattes der zwischen den Schneiden verläuft. Die Formgebung des Rückens ist der Hauptfaktor für die Steifigkeit / Querstabilität des Blattes.

Hals

Der Hals ist der meist kurze, verengte Bereich zwischen Blatt und Tülle. Der Hals geht von der Tülle direkt in den Rücken über. Dadurch ist eine genaue Abgrenzung für Längenmessungen kaum möglich, da der Übergang nicht exakt über alle Formen von Speerspitzen hinweg definiert werden kann. Nicht alle Speerspitzen haben einen Hals.

Tülle

Die Tülle ist meist ein kegelförmig gerolltes Blech. Die Tülle kann dabei ganz geschlossen oder auch mit einer oder zwei Öffnungen sein. Die Tülle ist der Abschnitt einer Speerspitze, der den Schaft umschließt und mit dem die Spitze am Schaft befestigt wird. Dies geschieht meist mit einem Niet.

Niet

Der Niet ist ein metallener Stift, der durch die Tülle ins Holz des Schafts geht und somit die Speerspitze am Schaft befestigt. Ab und an geht der Niet durch die ganze Tülle und wird dann auf beiden Seiten vernietet. Zumeist verläuft der Niet parallel zur Ausrichtung des Blattes.

Flügel

Die Flügel sind Ansätze an der Tülle, die meist flügelförmig sind. Der genaue historische Verwendungszweck wird immer wieder unterschiedlich angesprochen. Mögliche Interpretationen sind: Die Flügel dienen als Haken, um Schilde oder Waffen des Gegners zu arretieren und so andere Manöver durchführen zu können, oder als Schutz ähnlich dem Parier, um das Aufgleiten des durchstoßenen Körpers zu verhindern.

Schaft

Der Schaft ist der längliche Holzteil eines Speers. Er definiert im wesentlichen die Länge des Speeres. An ihm wird der Speer gehalten und geführt. Der Schaft ist gerade, um eine gute Übertragung der Kraft zu gewährleisten.

Lanzenschuh

Der Lanzenschuh, oder auch Krone, ist eine meist metallene Hülse für das untere Ende des Speers, um Abnutzung beim Aufstellen des Speer zu verhindern. Es gibt aber auch Sonderformen mit besonderer Zweckbestimmung, wie beim friesischen Kletsie. Beim Kletsie ist der Lanzenschuh einen Art Dreizack, der einen besseren Halt im Boden erzeugen soll, um Gräben zu überspringen.

Axt

Zeichnung: Axt Bezeichnungen

Blatt

Das Blatt einer Axt verläuft vom Auge zur Schneide und ist ein nur auf einer Seite geschliffenes, gehärtetes Blech. Die Schneide einer Axt verläuft immer parallel zum Schaft der Axt. Das Blatt ist der formgebende Teil der Axt. Meist ist die Schneide einer Axt rund um die Aufschlagsfläche zu verringern.

Auge

Das Auge ist eine Hülse, die den Schaft der Axt umschließt. Am Auge ist im 90° Winkel parallel zum Schaft das Blatt befestigt.

Axtkopf

Die Gesamtheit aus Auge, Blatt und Schneide ergeben den Axtkopf.

Keil

Der Keil wird am Ende des Schaftes eingebracht, um dadurch den Schaft so zu verdicken, dass die Reibung zwischen Auge und Schaft so erhöht wird, das dadurch der Kopf gehalten wird. Er ist zumeist nicht sichtbar.

theoretisches/waffenkunde.txt · Zuletzt geändert: 2017-01-25 13:48 von Falke

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